Mahnung schreiben: Fristen, Zinsen und Gebühren
Wer pünktlich zahlt, braucht keine Mahnung. Wer nicht zahlt, bekommt sie, und du hast Anspruch auf Zinsen und eine Pauschale. So gehst du Schritt für Schritt vor.
Wann beginnt der Verzug?
Zahlt dein Kunde nicht zum vereinbarten Datum und hast du ihn gemahnt, ist er in Verzug (§ 286 BGB). Steht auf der Rechnung ein Zahlungsziel, brauchst du keine Mahnung, sobald es abgelaufen ist. Ohne Zahlungsziel kommt ein Unternehmer spätestens 30 Tage nach Zugang der Rechnung in Verzug. Bei Verbrauchern gilt das nur, wenn die Rechnung darauf hinweist.
Was du verlangen darfst
- Verzugszinsen: bei Geschäften zwischen Unternehmen 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, gegenüber Verbrauchern 5 Prozentpunkte (§ 288 BGB). Der Basiszinssatz der Bundesbank ändert sich zum 1. Januar und 1. Juli.
- Verzugspauschale: 40 Euro gegenüber Unternehmen, einmal je Forderung (§ 288 Abs. 5 BGB)
- tatsächliche Kosten der Rechtsverfolgung, etwa Anwaltskosten, wenn sie nötig waren
- Mahngebühren sind nur in einer Höhe zulässig, die die tatsächlichen Kosten deckt. Eine erste Zahlungserinnerung bleibt am besten kostenlos.
Die Mahnstufen
- Zahlungserinnerung: freundlich, ohne Gebühr, mit neuer kurzer Frist von etwa sieben Tagen
- 1. Mahnung: nennt die Forderung, die Zinsen und die Pauschale, Frist von sieben bis zehn Tagen
- 2. Mahnung oder letzte Mahnung: kündigt an, was danach passiert, zum Beispiel ein gerichtliches Mahnverfahren oder die Abgabe an einen Anwalt
Was in eine Mahnung gehört
- Rechnungsnummer, Rechnungsdatum und ursprüngliche Fälligkeit
- offener Betrag und neue Zahlungsfrist mit Datum
- berechnete Zinsen und Pauschale, jeweils einzeln
- deine Bankverbindung und der Hinweis, dass sich Zahlung und Mahnung kreuzen können
So hilft Saldiqo
Saldiqo zeigt dir, welche Rechnungen mahnbereit sind, schlägt die nächste Stufe vor, rechnet Zinsen und Pauschale und verschickt die Mahnung mit der Rechnung im Anhang per E-Mail. Du kannst eine Mahnung für sieben, vierzehn oder dreißig Tage zurückstellen, etwa wenn ein Kunde eine Zahlung angekündigt hat.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Mahnung, um Zinsen zu verlangen?
Nicht immer. Mit einem Zahlungsziel auf der Rechnung beginnt der Verzug mit Ablauf des Datums. Ohne Zahlungsziel nach 30 Tagen. Eine Mahnung schafft Klarheit.
Wie hoch sind die Verzugszinsen?
Gegenüber Unternehmen 9 Prozentpunkte, gegenüber Verbrauchern 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz der Bundesbank.
Darf ich Mahngebühren berechnen?
Nur in Höhe der tatsächlichen Kosten. Pauschalen, die darüber liegen, sind angreifbar.
Wie viele Mahnungen sind nötig?
Gesetzlich ist keine bestimmte Zahl vorgeschrieben. Üblich sind eine Erinnerung und zwei Mahnungen.
Was kommt nach der letzten Mahnung?
Zum Beispiel ein gerichtliches Mahnverfahren oder ein Inkassounternehmen. Dazu lässt du dich am besten rechtlich beraten.
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Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung, ohne Gewähr. Bei Fragen zu deinem Fall hilft deine Steuerberatung.